Rechnet sich die Wohnbauförderung noch?
Die ehrliche Antwort lautet: Jein. Die Förderung kann am Anfang viel Geld sparen, später aber teuer werden. Wann sie sich lohnt und wann nicht, lesen Sie hier kompakt.
Was ist die Wohnbauförderung?
Wohnbauförderung, Landesdarlehen, Landgeld: hinter allen drei Begriffen steckt dasselbe. Es ist eine Förderung des Landes, die den Bau von Wohnraum und die Sanierung von Immobilien unterstützt.
Einen Haken gibt es: Eine bundesweit einheitliche Regelung existiert nicht. Förderart, Förderhöhe und Voraussetzungen unterscheiden sich in jedem Bundesland. Was in Wien gilt, gilt in Tirol oft ganz anders.
Antragsberechtigt ist grundsätzlich jeder österreichische Staatsbürger ab 18 Jahren, und zwar für den Hauptwohnsitz. Voraussetzung: Sowohl die Immobilie als auch der Antragsteller müssen förderwürdig sein. Für Ferienimmobilien gibt es keine Förderung.
Vorteile der Wohnbauförderung
Gegenüber einem klassischen Immobilienkredit hat die Förderung vor allem zwei starke Vorteile. Beide wirken vor allem zu Beginn.
Günstig zum Start
Rückzahlung und Zinsen sind meist gestaffelt. Die Rate steigt erst nach einigen Jahren. Das macht den Einstieg sehr günstig.
Der Vorteil hält allerdings nicht ewig: Oft lohnt sich die Förderung nur in den ersten rund 10 Jahren, danach wird sie im Vergleich zum Kredit teuer.
Weniger Nebenkosten
Die Förderung wird zwar hypothekarisch besichert, doch für die Pfandrechtseintragung im Grundbuch fallen keine Gebühren an.
Bei einer Eintragungsgebühr von 1,2 % der Pfandsumme sparen Sie so schnell einen erheblichen Betrag.
Nachteile der Wohnbauförderung
Die Förderung hat nicht nur Vorteile. Ob Sie die folgenden Punkte in Kauf nehmen, hängt von Ihrem Bauvorhaben und Ihrer Zukunftsplanung ab. Vier Punkte sollten Sie kennen.
Steigende Raten
Nach rund 10 Jahren steigen die Monatsraten bei den meisten Modellen deutlich. Langfristig kann das die Förderung unattraktiv machen, gerade wenn Banken günstige Kreditkonditionen bieten.
Strenge Förderrichtlinien
Die Richtlinien der Länder verlangen oft bauliche Kompromisse. Wer zu viele eingeht, verteuert den Bau und verliert die Traumimmobilie aus dem Blick. Dann ist ein unkomplizierter Wohnkredit oft die bessere Wahl.
Hürden bei Vermietung
Wollen Sie die geförderte Immobilie vermieten, ist die Miete pro Quadratmeter gedeckelt, solange die Förderung läuft. Erst nach einer definierten Eigennutzung fällt dieser Mietpreisdeckel. Maßgeblich ist die Richtlinie Ihres Bundeslandes.
Erschwerter Verkauf
Beim Landesdarlehen wird meist ein Veräußerungsverbot im Grundbuch eingetragen. Ein Verkauf ist dann nicht ohne Weiteres möglich: Erst muss die Förderung zurückgezahlt werden, oft über eine Zwischenfinanzierung, die mit dem Verkaufspreis getilgt wird.
Lohnt sich die Wohnbauförderung für Sie?
Das hängt von vielen Faktoren ab: von Ihrem Bau- oder Sanierungsvorhaben, den Richtlinien Ihres Bundeslandes, den Voraussetzungen, den Konditionen und Ihrer Zukunftsplanung.
Dann kann sie sich lohnen
- Zu wenig Eigenkapital: Reicht das Eigenkapital nicht für eine Kreditzusage, hilft die Förderung, die Eigenmittel aufzustocken und den benötigten Kreditbetrag zu senken.
- Langfristige Eigennutzung: Wenn Sie selbst dauerhaft einziehen und keine baulichen Kompromisse nötig sind, kann der günstige Start klar überwiegen.
Dann lieber Finger weg
- Zu viele bauliche Änderungen: Müssen Sie für die Förderung zu viel am Bauvorhaben ändern, lassen Sie besser die Finger davon.
- Vermietung oder Verkauf geplant: Wollen Sie die Immobilie mittelfristig vermieten oder verkaufen, raten wir von der Förderung ab.
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Häufige Fragen
Was ist die Wohnbauförderung und was bedeutet Landgeld?
Wohnbauförderung, Landesdarlehen und Landgeld bezeichnen dasselbe: eine Förderung des Landes, die den Bau von Wohnraum und die Sanierung von Immobilien unterstützt. Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es nicht, Förderart, Förderhöhe und Voraussetzungen unterscheiden sich in jedem Bundesland.
Wer ist in Österreich antragsberechtigt für die Wohnbauförderung?
Grundsätzlich jeder österreichische Staatsbürger ab 18 Jahren, und zwar für den Hauptwohnsitz. Sowohl die Immobilie als auch der Antragsteller müssen förderwürdig sein. Für Ferienimmobilien gibt es keine Förderung.
Welche Vorteile hat die Wohnbauförderung gegenüber einem klassischen Kredit?
Rückzahlung und Zinsen sind meist gestaffelt, die Rate steigt erst nach einigen Jahren, das macht den Einstieg sehr günstig. Zudem fallen für die Pfandrechtseintragung im Grundbuch keine Gebühren an, sodass Sie sich bei einer Eintragungsgebühr von 1,2 Prozent der Pfandsumme einen erheblichen Betrag sparen.
Welche Nachteile sollte ich bei der Wohnbauförderung kennen?
Nach rund 10 Jahren steigen die Monatsraten bei den meisten Modellen deutlich, und die strengen Förderrichtlinien verlangen oft bauliche Kompromisse. Bei Vermietung ist die Miete pro Quadratmeter gedeckelt, solange die Förderung läuft, und beim Landesdarlehen wird meist ein Veräußerungsverbot im Grundbuch eingetragen, das einen Verkauf erschwert.
Wann lohnt sich die Wohnbauförderung und wann nicht?
Sie kann sich lohnen, wenn das Eigenkapital für eine Kreditzusage nicht reicht oder Sie dauerhaft selbst einziehen und keine baulichen Kompromisse nötig sind. Eher Finger weg, wenn Sie für die Förderung zu viel am Bauvorhaben ändern müssten oder die Immobilie mittelfristig vermieten oder verkaufen wollen.
Wohnbauförderung & Landgeld in den Bundesländern
Da jedes Bundesland eigene Regeln hat, lohnt der Blick auf die offizielle Förderungsseite Ihres Landes. Hier finden Sie die direkten Links.
Detaillierte Voraussetzungen zur niederösterreichischen Eigenheimförderung finden Sie zudem direkt beim Land Niederösterreich unter Wohnbauförderung Eigenheim.
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