Unser Finanzlexikon
Finanzbegriffe einfach erklärt. Von der Anlegerwohnung bis zum Zinsdeckel: Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe aus dem Bank- und Versicherungswesen klar auf den Punkt gebracht.
Schwierige Begriffe, kurz erklärt
Wer eine Immobilie finanziert, stolpert ständig über Fachbegriffe. Annuität, Bonität, Effektivzins: Klingt kompliziert, ist es aber selten.
In diesem Lexikon erklären wir die wichtigsten Begriffe aus Finanzierung, Bank und Versicherung in einfacher Sprache. Springen Sie über die Buchstaben direkt zum gesuchten Begriff oder stöbern Sie von A bis Z.
Anlegerwohnung bis Ausfallbürgschaft
Anlegerwohnung
Eine Anleger- oder Vorsorgewohnung ist eine Wohnung, die mit der Absicht der Weitervermietung gekauft wird. Die Mieteinnahmen sollen das Kapital langfristig vermehren.
Wie Sie eine Anlegerwohnung finanzieren können, lesen Sie hier: Anlegerwohnung finanzieren.
Annuität
Unter Annuität versteht man die gleichbleibende Zahlung (Zinsen + Tilgung) für Ihre Kreditschuld. Die Annuität bleibt über die Laufzeit gleich, nur die Anteile verschieben sich: Die Tilgung steigt, die Zinsen sinken.
Annuitätendarlehen
Ein Annuitätendarlehen ist ein Kredit mit gleichbleibenden Raten. Die Rate (Zinsen + Tilgung) bleibt über die vereinbarte Laufzeit konstant. Nur das Verhältnis zwischen Zins- und Tilgungsanteil verändert sich.
Anschlussfinanzierung
Die Anschlussfinanzierung (auch Anschlusskredit genannt) wird vor Ablauf der Sollzinsbindung eines bestehenden Darlehens abgeschlossen. Sie deckt die Restschuld des bestehenden Kredits am Ende der Laufzeit ab. Sie können den Anschlusskredit bei der bisherigen Bank anfordern oder die Bank wechseln.
Ausfallbürgschaft
Bei einer Ausfallbürgschaft muss die Bank im Falle von Zahlungsverzug zuerst den Hauptschuldner (Kreditnehmer) belangen, bis hin zu Fahrnis- und Gehaltsexekution. Erst wenn diese Verfahren innerhalb angemessener Frist nicht greifen, kann die Bank den Ausfallbürgen in Anspruch nehmen.
BAG bis Bürgschaft
Rund um Gebühren, Garantien und Bonität ranken sich viele Begriffe. Hier die wichtigsten mit B.
BAG (Bearbeitungsgebühren)
BAG ist die Kurzform für Bearbeitungsgebühren. Sie fallen unter anderem bei der Aufnahme eines Kredits an. Die Höhe unterscheidet sich von Bank zu Bank.
Welche Nebenkosten bei einer Finanzierung anfallen, zeigen wir hier: Nebenkosten bei Finanzierungen.
Bankgarantie
Eine Bankgarantie ist eine Verpflichtung der Bank gegenüber einem Begünstigten. Die Bank verpflichtet sich, für das Ausbleiben der Leistung des Kunden einzustehen. Bei schriftlichem Verlangen überweist sie dem Begünstigten den festgesetzten Betrag.
Bauherrenmodell
Beim Bauherrenmodell kauft eine Investorengruppe eine sanierungsbedürftige Immobilie, saniert sie und vermietet sie anschließend. Dieses Modell kann sehr gewinnbringend sein.
Baukonto
Mit einem Baukonto oder Wohnbaukonto begleichen Sie anfallende Rechnungen bei einem Hausbau. Beim Bau wird, anders als beim Kauf, nicht der gesamte Kredit auf einmal benötigt, sondern dem Baufortschritt entsprechend in Teilen.
Bauspardarlehen
Ein Bauspardarlehen oder Bausparkredit ist ein staatlich gefördertes Darlehen, das eine Bausparkasse vergibt. Es unterliegt bestimmten Richtlinien, etwa einer Zinsobergrenze.
Mehr dazu hier: Was ist ein Bauspardarlehen?
Bemessungsgrundlage
Den Begriff „Bemessungsgrundlage“ finden Sie im Zusammenhang mit der Grunderwerbsteuer. Die Steuer wird von der Bemessungsgrundlage berechnet. Als Bemessungsgrundlage gilt der Grundstückswert aus Grund- und Gebäudewert. Bei landwirtschaftlich genutzten Flächen gilt der Einheitswert als Bemessungsgrundlage.
Der Einheitswert wird vom Finanzamt auf Antrag mit Bescheid festgestellt. Er liegt in der Regel deutlich unter dem Verkehrswert.
Bereitstellungsgebühren
Stellt die Bank Ihnen einen Kredit zur Verfügung, den Sie aber erst nach einer Zeit beanspruchen, kann sie für den ungenutzten Zeitraum eine Bereitstellungsgebühr verrechnen.
Das kommt vor allem bei Baufinanzierungen vor, weil der Kredit dort nicht auf einmal, sondern je nach Baufortschritt in Teilen beansprucht wird.
Bezugsberechtigter
Als Bezugsberechtigter wird im Versicherungswesen die Person bezeichnet, die die Versicherungssumme ausbezahlt bekommt.
Beispiel: Sie haben eine Lebensversicherung abgeschlossen, bezugsberechtigt ist Ihr Partner. Im Falle Ihres Ablebens erhält dieser die vereinbarte Versicherungssumme.
Eine bezugsberechtigte Person ist also nicht automatisch die versicherte Person oder der Versicherungsnehmer.
Blankokredit
Ein Blankokredit wird oft auch Personalkredit genannt. Bei dieser Kreditform werden keine Kreditsicherheiten hinterlegt.
Weil das Risiko für die Bank ohne Sicherheiten höher ist, werden in der Regel nur kleinere Beträge zu höheren Zinsen vergeben.
Bonität
Die Bonität ist die Einschätzung Ihrer Kreditfähigkeit (aus wirtschaftlicher Sicht) und Ihrer Kreditwürdigkeit (aus persönlicher Sicht).
Anders gesagt: Sind Sie finanziell in der Lage, einen Kredit zu bedienen, und kommen Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen auch zeitgerecht nach?
Bonitätsscore
Die Bonität eines Kreditnehmers wird in einem sogenannten Bonitätsscore angegeben.
Wie sich der Bonitätsscore von Bank zu Bank unterscheiden kann, zeigen wir in unserem Beitrag zum Thema Bonität.
Brutto
Netto und Brutto sauber zu unterscheiden, fällt nicht immer leicht.
Der Bruttobetrag, etwa Ihres Gehalts, ist immer der volle, höhere Betrag, bevor Kosten und Gebühren abgezogen werden.
Eselsbrücke: Netto = „Nicht viel“, Brutto = „Brutal viel“.
Bürgschaft
Bei einer Bürgschaft verpflichtet sich der Bürge, die Haftung für die Schulden eines Kreditnehmers zu übernehmen.
Beispiel: Sind Sie Bürge für den Kredit Ihres Bruders und kann dieser seine Raten nicht mehr zahlen, darf die Bank Sie zur Zahlung heranziehen.
Effektivzins bis EZB
Eigenkapital, Effektivzins und der Richtzins EURIBOR: die Begriffe, die Ihre Konditionen am stärksten bestimmen.
Effektivzins
Der Effektivzins gibt die Gesamtkosten Ihres Kredits an. Er setzt sich aus dem Nominalzins und den Nebenkosten zusammen und ist der beste Vergleichswert, um Kreditangebote kostentechnisch gegenüberzustellen.
Eigenleistung
Eigenleistungen sind handwerkliche Arbeiten am Hausbau, die Sie selbst erledigen, also ohne ein Unternehmen zu beauftragen (z. B. Malerarbeiten).
Mehr dazu: Eigenleistungen als Eigenkapital nutzen.
Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote ist das Verhältnis des vorhandenen Eigenkapitals (Eigenmittel) zur Finanzierungssumme (Kaufpreis inkl. aller Nebenkosten). Als Richtwert sollte die Eigenkapitalquote für eine Immobilienfinanzierung rund 20 % übersteigen.
Eigenmittel
Die Eigenmittel oder das Eigenkapital sind das gesamte Kapital, das Sie in eine Finanzierung einbringen. Dazu zählen Bargeld, Bausparguthaben, anderes Sparguthaben, Wertpapiere oder auch ein Baugrundstück.
Einnahmen
Ihre monatlichen Einnahmen sind die Grundlage für die Haushaltsrechnung bei einer Finanzierung.
In die monatlichen Einnahmen fließen Lohn, Gehalt oder Pension, aber auch:
- Einkommen aus festen Nebentätigkeiten
- Vorhersehbare Kapitalerträge
- Mieterträge
- Unterhaltszahlungen
- Staatliche Unterstützung (z. B. Kindergeld, Sozialleistungen)
- Sonstiges
Endfälliges Darlehen
Bei einem endfälligen Darlehen wird der Kredit erst am Ende der Laufzeit getilgt. Während der Laufzeit zahlen Sie nur die Zinsen.
EURIBOR
EURIBOR steht für „Euro Interbank Offered Rate“. Der EURIBOR dient bei den meisten Krediten und Darlehen in Österreich als Richtzins für die Kreditzinsen.
EZB
EZB ist die Abkürzung für die Europäische Zentralbank. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist ein Organ der Europäischen Union.
Fälligkeitsdarlehen bis Forward Darlehen
Vom passenden Finanzierungskonzept bis zur cleveren Zinsabsicherung: Mit dem richtigen Modell wird aus vielen Bausteinen Ihre Finanzierung.
Fälligkeitsdarlehen
Bei einem Fälligkeitsdarlehen oder endfälligen Darlehen wird der gesamte Darlehensbetrag erst am Ende der Laufzeit getilgt. Über die Laufzeit zahlen Sie nur die Zinsen, die Kreditschuld bleibt gleich.
Finanzierungskonzept
Nach Ihrer Finanzierungsanfrage bei einer Bank oder einem Finanzportal wird ein passendes Finanzierungskonzept erstellt.
Ein Finanzierungskonzept umfasst die ganzheitliche Bewertung Ihrer persönlichen Situation und das darauf angepasste Finanzierungsmodell.
Im ersten Schritt werden alle nötigen Informationen gesammelt:
- Ihr Finanzierungsbedarf (Kreditsumme)
- Ihre Haushaltsrechnung
- Ihre Eigenmittel
- Ihre Sicherheiten
- Ihre potenziellen Förderungen
Im zweiten Schritt entsteht das passende Finanzierungsmodell. Auf Basis von Kreditlaufzeit, Ratenhöhe und Ihrer Risikobereitschaft (z. B. fixe oder variable Zinsen) wird ein passendes Modell zusammengestellt.
Dieses muss nicht aus einer einzigen Kreditform bestehen, sondern kann eine Kombination mehrerer Finanzierungsprodukte sein (z. B. 50 % über ein Bauspardarlehen, 50 % über ein variables Hypothekendarlehen).
Finanzierungsmodell
Auf Basis von Kreditlaufzeit, Ratenhöhe und Ihrer Risikobereitschaft (z. B. fixe oder variable Zinsen) stellt die Bank oder das Finanzierungsportal ein passendes Finanzierungsmodell zusammen.
Dieses muss nicht aus einer einzigen Kreditform bestehen, sondern kann eine Kombination mehrerer Finanzierungsprodukte sein (z. B. 50 % über ein Bauspardarlehen, 50 % über ein variables Hypothekendarlehen).
Finanzierungssumme
Die Finanzierungssumme ist jene Summe, die Sie für Ihr gesamtes Vorhaben benötigen:
Finanzierungssumme =
Kaufpreis der Immobilie
+ Nebenkosten der Finanzierung (Bearbeitungsgebühr …)
+ Nebenkosten des Kaufs (Makler-, Notarkosten, Grundbucheintragungsgebühr …)
Mit unserem Finanzierungsbedarf-Rechner berechnen Sie Ihre passende Finanzierungssumme einfach & schnell online.
Finanzierungszusage
Eine Finanzierungszusage (auch Finanzierungsbestätigung oder Kreditzusage) ist die formelle Erklärung einer Bank, einem Kreditnehmer einen bestimmten Betrag zu den vereinbarten Bedingungen zu gewähren. Sie wird häufig bei Immobilienkäufen oder größeren Investitionen benötigt, um dem Verkäufer die finanzielle Absicherung des Käufers zu bestätigen.
Fixzinskredit
Bei Fixzinskrediten wird ein fixer Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit festgelegt (= Fixzinsperiode).
Fremdwährungsrisiko
Ein Fremdwährungsrisiko entsteht, wenn eine Transaktion in einer anderen Währung als der eigenen abgewickelt wird, etwa bei internationalen Geschäften, Investitionen oder Krediten. Das Risiko: Wechselkurse können sich ändern und den Wert der Transaktion beeinflussen.
So kann ein Kreditnehmer mit Fremdwährungskredit bei ungünstiger Kursentwicklung mehr zurückzahlen müssen als geplant. Umgekehrt kann eine günstige Entwicklung den Rückzahlungsbetrag senken.
Forward Darlehen
Ein Forward Darlehen ist eine Form der Anschlussfinanzierung.
Bleibt bei Ihrem bestehenden Kredit am Ende eine Restschuld, können Sie diese mit einer Anschlussfinanzierung tilgen. Befürchten Sie steigende Zinsen, sichern Sie sich mit einem Forward Darlehen die heutigen Konditionen.
Das Forward Darlehen wird bereits 1 bis 2 Jahre vor Ende des laufenden Kredits abgeschlossen, beginnt aber erst danach. In der Zwischenzeit tilgen Sie noch nicht, zahlen in der Regel nur die Bereitstellungsgebühren. So sichern Sie sich die heutigen Zinsen.
Wichtig: Sinken die Zinsen bis zum Start der Anschlussfinanzierung, gelten trotzdem die vereinbarten Konditionen des Forward Darlehens. Ob es sich lohnt, ist daher schwer vorherzusagen.
Gläubiger bis Gütertrennung
Gläubiger
Ein Gläubiger ist die Person oder Institution mit Forderungen gegenüber einem Schuldner. Bei Ihrer Hypothek ist das etwa die Bank, bei der Sie die Hypothek aufgenommen haben.
Grundbuch
Das Grundbuch ist ein öffentliches Verzeichnis. Jedes Grundstück eines Bezirks wird darin auf einem Grundstücksblatt eingetragen. Geführt wird es beim zuständigen Gericht und kann dort eingesehen werden. Es enthält wichtige Informationen zu allen Grundstücken, etwa Eigentumsverhältnisse und Belastungen.
Grunderwerbsteuer
Diese Steuer wird fällig, wenn ein Grundstück oder eine Immobilie erworben wird.
Bei einem Immobilienkauf beträgt die Grunderwerbsteuer 3,5 % der Bemessungsgrundlage. Bei unentgeltlichem Erwerb (z. B. Erbschaft) sowie bei Erwerben, die als unentgeltlich gelten, gelten andere Steuersätze. Mehr zur Höhe auf der Seite des österreichischen Finanzministeriums.
Gütertrennung
Die Gütertrennung regelt die Vermögensaufteilung zwischen Ehegatten bei einer Scheidung. Grundsätzlich bleibt jeder Ehepartner Eigentümer seines eigenen Vermögens. Alles, was ein Partner in die Ehe eingebracht oder während der Ehe erwirtschaftet hat, bleibt in dessen Vermögen.
Was mit einem gemeinsamen Kredit bei Scheidung geschieht, erfahren Sie in unserem Beitrag zum Thema.
Haushaltseinkommen bis Hypothek
Wie viel Kredit ist tragbar? Antworten geben Haushaltseinkommen, Haushaltsrechnung und die hypothekarische Besicherung.
Haushaltseinkommen
Das Haushaltseinkommen umfasst sämtliche Einnahmen, die Sie regelmäßig (monatlich) erzielen. Herangezogen werden in der Regel die Nettobeträge, weshalb auch vom Haushalts-Nettoeinkommen gesprochen wird.
Zum Haushaltseinkommen zählt:
- Gehalt / Lohn / Pension
- Einkommen aus festen Nebentätigkeiten
- Vorhersehbare Kapitalerträge
- Mieterträge
- Unterhaltszahlungen, die Sie erhalten
- Staatliche Unterstützung (z. B. Kindergeld, Sozialleistungen)
- Sonstige feste Einnahmen
Wird der Kredit von zwei oder mehreren Personen aufgenommen, werden die Haushaltseinnahmen zusammengerechnet.
Haushaltsrechnung
Eine Haushaltsrechnung ist die Gegenüberstellung der monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Aus der Differenz ergibt sich ein monatlicher Überschuss oder ein Fehlbetrag.
Bei Finanzierungen ist sie wichtig, um die finanziellen Möglichkeiten einzuschätzen. Der Überschuss gibt den Rahmen für die monatlichen Kreditraten vor.
Hypothekarkredit
Ein Hypothekarkredit ist ein Kredit, der hypothekarisch abgesichert wird. Dabei wird die Bank mit einem Pfandrecht im Grundbuch einer Ihrer Immobilien eingetragen.
Durch dieses Pfandrecht darf die Bank im Fall Ihrer Zahlungsunfähigkeit die Immobilie versteigern und aus dem Erlös den offenen Kreditbetrag bis zum eingetragenen Pfandbetrag begleichen.
Hypothekarische Besicherung
Eine hypothekarische Besicherung ist die Sicherheit, die ein Kreditnehmer dem Kreditgeber in Form von Immobilien gewährt. Das Eigentum, oft ein Haus oder eine Wohnung, dient als Sicherheit für das Darlehen. Kommt der Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach, darf der Kreditgeber die Immobilie verkaufen, um die offene Schuld zu begleichen.
Die hypothekarische Besicherung gibt dem Kreditgeber Sicherheit und ermöglicht dem Kreditnehmer zugleich günstigere Konditionen, weil das Risiko sinkt.
Kreditausfallrisiko bis KSV
Rund um Risiko, Kosten und Bewertung eines Kredits: die zentralen Begriffe mit K.
Kreditausfallrisiko
Aus Sicht der Bank ist das Kreditausfallrisiko das Risiko, dass ein Kreditnehmer seine Verpflichtungen, etwa die Rückzahlung oder die Zinszahlung, nicht erfüllen kann. Das kann zu Verlusten für die Bank führen.
Die Bank bewertet dieses Risiko, um zu entscheiden, ob und zu welchen Konditionen sie einen Kredit gewährt. Ein hohes Risiko kann höhere Zinsen oder zusätzliche Sicherheiten zur Folge haben.
Kreditfähigkeit
Die Kreditfähigkeit beschreibt Ihre finanzielle Fähigkeit, Kreditverpflichtungen zeitgerecht nachzukommen, und ist ein Teil der Bonität. Sie wird anhand Ihrer wirtschaftlichen Situation (Einnahmen und Ausgaben) eingeschätzt.
Kreditgesamtkosten
Ähnlich wie der Effektivzinssatz umfasst die Kennziffer der Kreditgesamtkosten die Summe aller rückzahlbaren Beträge: die Kreditsumme, die erwarteten Zinsen und alle Nebenkosten.
Dazu zählen also die Kreditsumme, die anfallenden Zinszahlungen und die Gebühren der Bank.
Kreditrestschuldversicherung
Mit einer Kreditrestschuldversicherung sichern Sie den Fall einer unverschuldeten Zahlungsunfähigkeit ab. Bei Tod, Arbeitslosigkeit oder Invalidität kann der offene Kredit darüber gedeckt werden und schützt Sie so vor der finanziellen Belastung.
Kreditstundung
Möchten Sie die Kreditzahlungen vorübergehend pausieren, etwa wegen finanzieller Probleme, können Sie bei der Bank eine Kreditstundung beantragen und die Zahlungen vorübergehend aussetzen.
Kreditsumme
Die Kreditsumme entspricht jener Summe, die Sie bei der Bank als Kredit aufnehmen:
Kreditsumme =
Kaufpreis der Immobilie
+ Nebenkosten der Finanzierung (Bearbeitungsgebühr …)
+ Nebenkosten des Kaufs (Makler-, Notarkosten, Grundbucheintragungsgebühr …)
− Eigenkapital
− Förderungen (Wohnbauförderung …)
Kreditwürdigkeit
Die Kreditwürdigkeit beschreibt, ob Sie aus persönlicher Sicht Ihren Kreditverpflichtungen nachkommen werden. Eingeschätzt wird sie anhand vergangener und bestehender Verpflichtungen.
KSV
KSV steht für den Kreditschutzverband von 1870. Er bietet Kreditauskünfte und Inkasso-Dienstleistungen, sammelt Daten von Unternehmen und Privatpersonen und erstellt daraus eine Bewertung zur Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern.
Lebenshaltungskosten bis Lombardkredit
Vom monatlichen Budget bis zu speziellen Kreditformen und Referenzzinsen: die Begriffe mit L.
Lebenshaltungskosten
Als Lebenshaltungskosten gelten alle Ausgaben, die in Privathaushalten für die Lebensführung anfallen, sowohl Fixkosten als auch unregelmäßige Ausgaben.
Dazu zählen beispielsweise:
- Wohnkosten
- Kosten für Strom, Wasser, Gas
- Telefon- und Internetgebühren
- Versicherungsprämien
- Lebensmittel
- Kleidung & Technik
- Hygiene- & Gesundheitsartikel
- Kreditraten
- Rücklagen für Urlaube
- Sport- und Freizeitkosten (Fitnessstudio, Kino, Theater)
- Ausgaben für Haustiere
- und vieles mehr
Leitzins
Der Leitzins ist ein Zinssatz, den eine Zentralbank im Rahmen der Geldpolitik festlegt. Eine dieser Zentralbanken ist die EZB (Europäische Zentralbank).
Über diesen Zinssatz schließen die zugehörigen Kreditinstitute Geschäfte ab, leihen sich also Geld. Steigt der Leitzins, geben die Banken das an ihre Kunden weiter. Schwankungen des Leitzinses treffen damit uns alle.
LIBOR
LIBOR steht für „London Interbank Offered Rate“.
Der LIBOR war der durchschnittliche Zinssatz, zu dem sich Banken international gegenseitig Geld ausliehen. Vor allem in der Schweiz diente er oft als Basis für Hypotheken und Sparkonten. Mittlerweile wird der LIBOR zunehmend vom SARON abgelöst.
Lohnpfändung
Eine Lohn- oder Gehaltspfändung wird oft zur Besicherung von Krediten genutzt.
Kommt es dazu, wird der pfändbare Teil des Einkommens (bis zum Existenzminimum) vom Arbeitgeber an die Bank überwiesen.
Lombardkredit
Als Lombardkredit wird ein Kredit bezeichnet, der durch Wertpapiere, Bankguthaben, Edelmetalle oder Ansprüche aus Lebensversicherungen gedeckt wird.
Mietkauf bis Muskelhypothek
Mietkauf
Ein klassischer Mietkauf bedeutet, dass Sie in ein Mietverhältnis mit späterer Kaufoption gehen. Nach Ablauf einer bestimmten Zeit können Sie die Immobilie erwerben. Das kommt vor allem bei Gebäuden von Wohnbaugenossenschaften vor.
Mietpreismultiplikator
Der Mietpreismultiplikator gibt an, wie viele Jahre Sie Miete zahlen müssten, um auf denselben Kaufpreis einer vergleichbaren Immobilie zu kommen. Er zeigt also, ab wann sich der Kauf eher rechnet als die Miete.
Muskelhypothek
Werden Eigenleistungen als Eigenkapital akzeptiert, spricht man auch von einer Muskelhypothek.
Negativzinsen bis Nominalzins
Negativzinsen
Negativzinsen, manchmal auch Strafzinsen genannt, sind das Gegenteil positiver Zinsen. Normalerweise erhält der Kreditgeber die Zinszahlungen vom Schuldner. Bei einem Negativzins ist es umgekehrt: Der Kreditgeber schuldet dem Kreditnehmer die Zinsen.
Netto
Netto und Brutto sauber zu unterscheiden, fällt nicht immer leicht.
Der Nettobetrag, etwa Ihres Gehalts, ist jener Betrag, den Sie nach Abzug aller Gebühren und Abgaben tatsächlich erhalten.
Netto ist somit immer der niedrigere Betrag, nachdem bestimmte Kosten und Gebühren abgezogen wurden.
Eselsbrücke: Netto = „Nicht viel“, Brutto = „Brutal viel“.
Nominalzins
Der Nominalzins ist jener Zinssatz, den Sie für die Kreditschuld bezahlen. Er entspricht nicht dem Effektivzinssatz, denn beim Effektivzins werden zusätzlich die Nebenkosten der Bank berücksichtigt.
Zum besseren Verständnis: Der Nominalzins entspricht der Kaltmiete einer Wohnung, der Effektivzins der Warmmiete.
OGH
OGH
OGH ist die Abkürzung für den Obersten Gerichtshof. In Österreich ist dies die letzte Instanz in Zivil- und Strafverfahren.
Pensionskredit & Pfandrecht
Pensionskredit
Ein Pensionskredit (auch Seniorenkredit) ist ein Kredit für Pensionisten beziehungsweise Rentner. Pensionskredite sind in der Nutzung nicht eingeschränkt: Es kann sich um einen Immobilienkredit ebenso wie um einen Konsumkredit handeln.
Pfandrecht
Das Pfandrecht bei Hypotheken gibt der Bank das Recht, Ihre Immobilie zu verkaufen, wenn Sie nicht mehr zahlungsfähig sind. Aus dem Verkaufserlös werden die Schulden in Höhe des im Grundbuch eingetragenen Betrags beglichen. Das Pfandrecht (auch Pfandbetrag genannt) wird im Grundbuch der Immobilie eingetragen.
SARON bis Stundungsgebühr
Welche Sicherheiten Banken verlangen und wie viel Ihrer Einnahmen die Rate belasten darf: die wichtigen Begriffe mit S.
SARON
SARON steht für „Swiss Average Rate Overnight“.
Auf Basis des SARON werden mittlerweile die meisten Zinsen für Hypotheken berechnet. Er wird täglich aus tatsächlichen, besicherten Transaktionen am Schweizer Geldmarkt ermittelt und ist damit robuster, transparenter und weniger manipulationsanfällig als der LIBOR. Deshalb löst der SARON in der Schweiz den LIBOR ab.
Scheidungsvergleich
Ein Scheidungsvergleich regelt die Vermögens-, Unterhalts- und Sorgerechtsfragen bei einer Scheidung.
Schuldendienstquote
Die maximale Schuldendienstquote bei Wohnkrediten gibt vor, wie viel Prozent Ihrer monatlichen Haushaltseinnahmen durch Kreditraten belastet werden dürfen.
Als Richtwert darf die Kreditrate in Österreich maximal 40 % Ihres Haushaltseinkommens ausmachen.
Beispiel: Bei Haushaltseinnahmen von 2.500 Euro ergibt 2.500 € × 40 % = 1.000 €. Die Kreditrate darf in diesem Fall also maximal 1.000 Euro betragen.
Sicherheiten
Um sich vor einem Zahlungsausfall abzusichern, fordern Banken meist bestimmte Sicherheiten. Kommt es zum Ausfall, kann die Bank auf die vereinbarten Sicherheiten zurückgreifen und so den Kredit decken.
Wie viele Sicherheiten Sie einbringen müssen, hängt von der Kreditsumme, Ihrer Bonität und der Bank ab.
Zu den Kreditsicherheiten in Österreich zählen:
- Hypothekarische Besicherung von Immobilien
- Versicherungen für spezifische Risiken
- Kreditrestschuldversicherung (vor allem bei niedrigen Kreditbeträgen)
- Lohn- oder Gehaltsverpfändung
- Bürgschaften
Mehr dazu: Kreditsicherheiten.
Stundungsgebühr
Bitten Sie Ihre Bank um das Aussetzen Ihrer Tilgung (Stundung), etwa bei Zahlungsproblemen, kann die Bank für diese vorübergehende Aussetzung der Rückzahlung Stundungsgebühren verrechnen.
Tilgung & tilgungsfreie Zeit
Tilgung
Mit Tilgung oder auch Amortisation bezeichnet man die regelmäßige Rückzahlung der Kreditschuld.
Tilgungsfreie Zeit
In der tilgungsfreien Zeit müssen Sie Ihren Kredit nicht zurückzahlen. Das kommt vor allem bei Baufinanzierungen vor.
Der Kredit wird meist erst getilgt, wenn er voll ausgenutzt ist (der Hausbau also beendet ist). Wichtig: Während der tilgungsfreien Zeit zahlen Sie trotzdem die Kreditzinsen.
Umbaukredit bis Umschuldungskredit
Umbaukredit
Ein Umbaukredit finanziert den Umbau einer Immobilie, egal ob Abriss, Anbau, Aufstockung oder andere Umbauzwecke.
Umkehrhypothek
Die Umkehrhypothek ermöglicht es Immobilienbesitzern, im Rentenalter ihre möglichst schuldenfreie Immobilie zu beleihen. Dafür erhalten sie eine monatliche Rente oder einen Einmalbetrag. Als Kreditnehmer zahlen Sie keine Tilgung und keine Zinsen. Nach Ihrem Ableben verkauft die Bank die Immobilie und zahlt damit die Hypothek zurück.
Mehr dazu: Was ist eine Umkehrhypothek?
Umschuldungskredit
Bei einer Umschuldung werden ein oder mehrere laufende Kredite durch einen neuen Kredit (= Umschuldungskredit) abgelöst.
Vollfinanzierung & Vorfälligkeitsgebühr
Vollfinanzierung
Von einer Vollfinanzierung spricht man, wenn keine Eigenmittel in den Kredit eingebracht werden. Der gesamte Finanzbedarf muss also über den Kredit finanziert werden.
Vorfälligkeitsgebühr
Möchten Sie Ihren Kredit vor Ablauf der Laufzeit vollständig zurückzahlen, kann die Bank als Entschädigung für die entgangenen Zinsgewinne eine Vorfälligkeitsgebühr (auch Vorfälligkeitsentschädigung) verrechnen. In der Regel ist sie im Kreditvertrag angeführt.
Zinsbandbreite & Zinsdeckel
Wie variable Zinsen nach oben und unten begrenzt werden, erklären diese beiden Begriffe mit Z.
Zinsbandbreite
Bei der Zinsbandbreite handelt es sich um einen Mindest- und Maximalzins für variabel verzinste Kredite. Je nach Bonität wird Ihr Zins irgendwo zwischen diesen Werten festgelegt.
Zinsdeckel
Der Zinsdeckel, auch Cap oder Zinscap genannt, ist eine obere Zinsbegrenzung.
Bei einem variablen Kredit wird etwa eine Zinsobergrenze von 3 % festgelegt. Steigen die Zinsen über die Jahre auf beispielsweise 6 %, darf die Bank dank des Zinsdeckels nur die vereinbarten 3 % verrechnen.
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