Restschuldversicherung: Lohnt sich das?
Sie tilgt im Ernstfall Ihre offene Kreditschuld. Klingt beruhigend, ist aber oft teuer. Wir zeigen klar, was die Restschuldversicherung leistet, wo die Tücken stecken und welche Alternativen häufig die bessere Wahl sind.
Was ist eine Restschuldversicherung?
Die Restschuldversicherung, auch Kreditversicherung genannt, springt ein, wenn Sie Ihren Kredit nicht mehr bedienen können. Bei Ableben, Arbeitslosigkeit oder Invalidität übernimmt sie die noch offene Kreditsumme. So bleiben weder Sie noch Ihre Familie auf den Schulden sitzen.
Der Unterschied zur klassischen Ablebensversicherung: Die Versicherungssumme steigt nicht, sie sinkt. Sie folgt dem fallenden Kreditsaldo, weil mit jeder Rate weniger Restschuld übrig bleibt.
Der Haken: Sie ist oft teuer. Banken und Versicherer lassen sich diese Absicherung gut bezahlen, und die Kosten landen gerne in der Finanzierung.
Versicherungsumfang der Restschuldversicherung
Der Vertrag wird zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber geschlossen. Darin steht genau, in welchen Fällen die Versicherung Ihre offene Kreditschuld tilgt. In der Regel sind das diese vier Situationen.
Ableben
Verstirbt der Kreditnehmer, wird die Restschuld getilgt. Ihre Hinterbliebenen erben kein offenes Darlehen.
Krankheit mit Arbeitsunfähigkeit
Führt eine Erkrankung zur Arbeitsunfähigkeit, übernimmt die Versicherung die laufende Tilgung.
Unfall
Auch ein Unfall, der zur Arbeitsunfähigkeit führt, ist je nach Vertrag abgedeckt.
Unverschuldete Arbeitslosigkeit
Verlieren Sie ohne eigenes Verschulden den Job, springt die Versicherung ein, oft aber zeitlich begrenzt.
Vorsicht bei den Details
Die Versicherung greift nicht, wenn Sie sich durch schlechtes Wirtschaften selbst in die Zahlungsunfähigkeit bringen. Und das Kleingedruckte hat es in sich.
Prüfen Sie genau, welche Fälle ausgeschlossen sind. Häufig fällt Arbeitsunfähigkeit durch Erkrankungen der Wirbelsäule oder des Herz-Kreislauf-Systems aus dem Schutz.
Auch bei Arbeitslosigkeit ist Vorsicht geboten: Viele Verträge decken nur die ersten 12 Monate finanziell ab.
Die Vor- und Nachteile einer Restschuldversicherung
Echter Schutz für die Familie auf der einen Seite, hohe Kosten und kleingedruckte Fallstricke auf der anderen. Beide Seiten gehören auf den Tisch.
Das spricht dafür
- Schutz vor Überschuldung bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit.
- Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall.
- Sicherheit für Alleinverdiener, die ihre Familie vor finanziellen Problemen schützen wollen.
- Greift oft unkompliziert und ohne große Bürokratie.
Das spricht dagegen
- Zusätzliche monatliche Kosten, die die Finanzierung verteuern.
- Wenig Transparenz: Kreditnehmer erfahren oft kaum Details zu Kosten und Deckung.
- Keine bessere Bonität durch den Abschluss.
- Abschlussprovisionen treiben die Darlehenszinsen nach oben.
- Ausschlussfristen für die Versicherungsleistung sind häufig.
Alternativen zur Absicherung
Den Kredit abzusichern ist sinnvoll, das steht außer Frage. Doch die Restschuldversicherung ist nicht der einzige Weg. Zwei Alternativen sind oft günstiger und flexibler.
Die Risikolebensversicherung
Meist günstiger und flexibler als die Restschuldversicherung. Im Todesfall ist nicht nur der Kredit abgesichert: Ihre Begünstigten, etwa die Familie, erhalten die volle vereinbarte Versicherungssumme ausbezahlt. Ein Teil davon kann den Kredit decken, der Rest bleibt frei verfügbar.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung
Sie sichert Sie für den Fall einer Berufsunfähigkeit ab. Tritt der Fall ein, zahlt die Versicherung Ihnen eine monatliche Rente bis ans Lebensende. Gegen reine Arbeitslosigkeit schützt diese Variante allerdings nicht.
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Häufige Fragen
Was ist eine Restschuldversicherung?
Die Restschuldversicherung, auch Kreditversicherung genannt, springt ein, wenn Sie Ihren Kredit nicht mehr bedienen können. Bei Ableben, Arbeitslosigkeit oder Invalidität übernimmt sie die noch offene Kreditsumme. Ausgezahlt wird dabei nicht an Sie, sondern direkt auf die offene Schuld.
Welche Fälle deckt eine Restschuldversicherung ab?
In der Regel sind vier Situationen abgesichert: Ableben, Krankheit mit Arbeitsunfähigkeit, Unfall mit Arbeitsunfähigkeit sowie unverschuldete Arbeitslosigkeit. Bei Arbeitslosigkeit ist der Schutz oft zeitlich begrenzt, viele Verträge decken nur die ersten 12 Monate ab.
Wann zahlt die Restschuldversicherung nicht?
Die Versicherung greift nicht, wenn Sie sich durch schlechtes Wirtschaften selbst in die Zahlungsunfähigkeit bringen. Häufig fallen außerdem Arbeitsunfähigkeit durch Erkrankungen der Wirbelsäule oder des Herz-Kreislauf-Systems aus dem Schutz. Prüfen Sie daher genau, welche Fälle im Kleingedruckten ausgeschlossen sind.
Was sind die Nachteile einer Restschuldversicherung?
Sie verursacht zusätzliche monatliche Kosten, die die Finanzierung verteuern, und bietet wenig Transparenz zu Kosten und Deckung. Abschlussprovisionen treiben die Darlehenszinsen nach oben, und Ausschlussfristen für die Versicherungsleistung sind häufig.
Welche Alternativen gibt es zur Restschuldversicherung?
Oft günstiger und flexibler sind die Risikolebensversicherung, bei der die Begünstigten im Todesfall die volle vereinbarte Summe erhalten, sowie die Berufsunfähigkeitsversicherung, die im Leistungsfall eine monatliche Rente zahlt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt allerdings nicht gegen reine Arbeitslosigkeit.
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