Leibrente in Österreich
Sie besitzen eine Immobilie und wollen sie zu Geld machen, ohne auszuziehen? Die Leibrente macht genau das möglich. Hier erfahren Sie, wie das Modell funktioniert, worauf es ankommt und wie Sie ein passendes Angebot finden.
Was ist eine Leibrente?
Die Leibrente tauscht Stein gegen Geld: Sie verkaufen Ihre Immobilie und behalten meist ein lebenslanges Wohnrecht. Statt einer einmaligen Kaufsumme fließt eine Rente, monatlich, als Einmalzahlung oder als Mischung aus beidem.
Sie wohnen bleiben, das Vermögen wird flüssig. Genau das macht das Modell für viele Eigentümer im Ruhestand interessant.
Immobilie gegen Rente
Sie veräußern Ihre Immobilie und erhalten dafür eine Leibrente. Meist sichern Sie sich gleichzeitig ein lebenslanges Wohnrecht.
Was die Höhe bestimmt
Alter, Immobilienwert, der Wert des Wohnrechts und die Auszahlungsart entscheiden, wie hoch Ihre Rente ausfällt.
Am besten schuldenfrei
Die eingebrachte Immobilie sollte möglichst unbelastet sein. Kleinere Lasten lassen sich oft über eine Umschuldung lösen.
Geld ohne Zweckbindung
Kein Verwendungsnachweis nötig. Was Sie mit dem Geld machen, bleibt allein Ihre Entscheidung.
Höhe der Leibrente
Eine pauschale Summe gibt es nicht. Wie hoch Ihre Leibrente in Österreich ausfällt, hängt von mehreren Stellschrauben ab.
Wert der Immobilie
Der Immobilienwert ist die wichtigste Größe. Je wertvoller das Objekt, desto höher fällt die Leibrente aus.
Wohnrecht & Instandhaltung
Ein lebenslanges oder befristetes Wohnrecht senkt den anrechenbaren Wert. Auch wer für die Instandhaltung aufkommt, wirkt sich auf die Höhe aus.
Art der Auszahlung
Je schneller ein großer Betrag fließt, desto geringer die Rente in Summe. Der Käufer muss dann früher und höher in Vorleistung gehen.
Drei Auszahlungsvarianten
Wie die Leibrente zu Ihnen fließt, vereinbaren Sie individuell, passend zu Ihrer Lebenssituation. Gängig sind drei Varianten:
- Unterhaltsrente: eine laufende monatliche Leibrente.
- Gemischte Rente: monatliche Leibrente plus zusätzliche Einmalzahlung.
- Kaufpreisrente: die gesamte Leibrente als einmalige Auszahlung.
Für den Fall eines frühen Ablebens lässt sich eine Abschlagszahlung für Ihre Erben vereinbaren, also ein garantierter Mindestbetrag.
Rechenbeispiel für die Rentenhöhe
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt, wie sich eine Leibrente zusammensetzt und warum vom Immobilienwert einige Posten abgezogen werden.
Die Ausgangslage
Der Immobilienwert orientiert sich meist am aktuellen Verkehrswert. In unserem Beispiel liegt er bei 500.000 €. Die Verkäufer sind 70 Jahre alt.
Vereinbart werden eine Einmalzahlung von 10.000 € zu Beginn und ein lebenslanges Wohnrecht. Der Käufer kalkuliert mit einem statistischen Sterbealter von 82 Jahren. Die Immobilie ist damit voraussichtlich 12 Jahre, also 144 Monate, belegt.
Die Abzüge und die Berechnung
Vom Immobilienwert werden mehrere Posten abgezogen, bis die eigentliche Rente übrig bleibt:
- Mietwert: der Betrag, den Sie für die kalkulierte Wohndauer voraussichtlich an Miete zahlen müssten.
- Risikoabschlag: hier 10 % des Immobilienwerts. Damit sichert der Käufer mögliche Schäden, Wertveränderungen und eine längere Laufzeit ab.
- Einmalzahlung: die zu Beginn ausbezahlten 10.000 €.
Was nach diesen Abzügen bleibt, ergibt verteilt auf die kalkulierte Laufzeit Ihre monatliche Leibrente.
Ist eine Leibrente das Richtige für Sie?
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Angebot anfordernVoraussetzungen für eine Leibrente
Nicht jede Immobilie eignet sich. Diese vier Punkte sollten stimmen, damit eine Leibrente überhaupt zustande kommt.
Möglichst lastenfrei
Die Immobilie sollte weitgehend lastenfrei sein, also ohne hypothekarisch besicherte Schuld. Kleinere Lasten lassen sich unter Umständen über eine Umschuldung abbilden.
Klare Eigentumsverhältnisse
Sie müssen über die Immobilie verfügen können, also Eigentümer sein. Bei mehreren Eigentümern müssen alle zustimmen. Teilbesitz, ungeklärte Verhältnisse oder Wohnrechte Dritter machen eine Leibrente schwierig.
Abstimmung mit den Erben
Es ist Ihre Immobilie und Ihre Entscheidung. Damit es keine Irritationen gibt, sollten Sie mögliche Erben zumindest darüber informieren, dass die Immobilie in eine Leibrente fließt.
Immobilie im Inland
Anbieter gewähren eine Leibrente meist nur für Immobilien im Inland. Bei Objekten im Ausland fragen Sie einen Anbieter im jeweiligen Land, z.B. in Deutschland.
Warum eine Leibrente?
Die Gründe sind so verschieden wie die Menschen dahinter. Eines haben sie gemeinsam: Die Leibrente macht gebundenes Vermögen verfügbar, ohne dass Sie Ihr Zuhause verlassen müssen. Eine Zweckbindung gibt es nicht.
Geringe Pension aufbessern
Die Leibrente schließt die Lücke zwischen staatlicher Pension und dem letzten Gehalt. So verbrauchen Sie das in der Immobilie gebundene Vermögen noch zu Lebzeiten.
Schnelles Kapital
Operation, Unterstützung für die Enkel oder die lang ersehnte Weltreise: Mit einer Leibrente kommen Sie schnell an Kapital, ohne einen Kredit aufzunehmen.
Nichts zu vererben
Ohne direkte Erben ist es schöner, das eigene Vermögen selbst zu nutzen, als es nach dem Tod dem Staat zu überlassen.
Verantwortung abgeben
Instandhaltung und Betrieb werden im Alter zur Last. Mit der Leibrente übertragen Sie diese Aufgaben an den neuen Eigentümer.
Vor- und Nachteile einer Leibrente
Aus Sicht des jetzigen Immobilienbesitzers und künftigen Leibrentenbeziehers. Beide Seiten gehören auf den Tisch.
Das spricht dafür
- Wohnrecht sichern: Ein lebenslanges Wohnrecht lässt sich vereinbaren und im Grundbuch eintragen. Sie bleiben nach dem Verkauf in Ihrem Zuhause.
- Pension erhöhen: Monatliche Raten oder eine Einmalzahlung stocken Ihre Pension spürbar auf.
- Mindestzahlung für Erben: Über eine vereinbarte Mindestzahlung stellen Sie sicher, dass auch bei frühem Tod ein bestimmter Betrag fließt.
- Instandhaltung abgeben: Wenn vereinbart, kümmert sich ab dem Verkauf der neue Eigentümer um die Immobilie.
- Freie Verfügung: Kein Verwendungsnachweis. Über das Geld verfügen Sie frei.
Das spricht dagegen
- Geringerer Verkaufserlös: Der Käufer trägt ein Risiko, weil er nicht weiß, wann er die Immobilie nutzen kann. Die Käufergruppe ist kleiner, ein Preisabschlag ist einzuplanen.
- Wechsel des Besitzers: Die Immobilie wechselt den Eigentümer und kann nicht mehr vererbt werden.
- Details entscheiden: Die Vertragsdetails sind heikel. Ein lebenslanges Wohnrecht kann durch Auszug verfallen, etwa beim Umzug in eine Seniorenresidenz.
Was bei einer Leibrente wichtig ist
Eine Leibrente ist eine weitreichende Entscheidung und kaum rückabwickelbar. Diese Punkte sollten Sie kennen.
Nur mit Vertrag
Per Handschlag geht hier nichts. Alle Vereinbarungen gehören schriftlich festgehalten, notariell beglaubigt und im Grundbuch eingetragen, vor allem Wohnrecht, Auszahlung, Indexierung und Instandhaltung.
Steuern beachten
Je nach Auszahlungsvariante, ob Unterhaltsrente, Kaufpreisrente oder gemischte Rente, können unterschiedliche Steuern anfallen. Klären Sie diese Punkte mit einem Steuerberater.
Bewusst entscheiden
Für viele ist die Leibrente die bessere Alternative zum klassischen Verkauf. Treffen Sie die Entscheidung bewusst, denn eine Rückabwicklung ist nur sehr schwer möglich.
Gut informieren
Es geht um Ihre Immobilie und Ihre Zukunft ohne finanzielle Sorgen. Verschaffen Sie sich vorab einen klaren Überblick über alle Konditionen.
Alternativen zur Leibrente
Wenn Sie Kapital brauchen, muss es nicht zwingend die Leibrente sein. Diese vier Modelle kommen ebenfalls infrage.
Privat- bzw. Ratenkredit
Mit einem Ratenkredit lassen sich in Österreich in der Regel Summen bis 75.000 € aufnehmen, bei Laufzeiten von 1 bis 10 Jahren. Mehr dazu auf unserer Partnerseite Ratenkredit-Angebote (finanz-vergleich.at).
Geeignet für: schnellen Kapitalbedarf, wenn Sie Ihre Immobilie nicht verkaufen oder eintauschen wollen.
Was wichtig ist: Der Kredit muss zurückgezahlt werden. Die monatlichen Raten müssen Sie sich dauerhaft leisten können.
Umkehrhypothek
Die Umkehrhypothek ist ein Kredit mit der Immobilie als Sicherheit. Die Auszahlung erfolgt einmalig oder in Raten und wird zu Lebzeiten nicht getilgt. Erst nach dem Tod wird sie fällig, meist durch Verkauf oder durch einen Erben, der die Schuld begleicht.
Geeignet für: Eigentümer, die Kapital brauchen, den Erben aber die Option lassen wollen, die Immobilie später auszulösen.
Was wichtig ist: Die Erbmasse schrumpft, dafür sind die Auszahlungen in der Regel steuerfrei.
Immobilie verkaufen
Der klassische Verkauf ist die einfachste Alternative. Über einen anschließenden Mietvertrag können Sie sich wieder in Ihre Immobilie einmieten. Mit unserer Maklersuche finden Sie den passenden Immobilienmakler.
Geeignet für: einen klaren Schnitt und einen möglichst hohen Verkaufspreis.
Was wichtig ist: Weg ist weg. Wollen Sie wohnen bleiben, regeln Sie vor dem Verkauf alles Wichtige, etwa einen unbefristeten Mietvertrag.
Teilverkauf einer Immobilie
Immer beliebter wird der Immobilien-Teilverkauf. Dabei verkaufen Sie nur einen Anteil, wohnen weiter in der Immobilie und zahlen für den verkauften Anteil eine Nutzungsgebühr.
Geeignet für: Eigentümer jeden Alters, die Kapital brauchen und wohnen bleiben möchten.
Was wichtig ist: Eine interessante Alternative, aber für die Instandhaltung bleiben Sie weiterhin allein verantwortlich.
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