Bonität & Bonitätsprüfung
Ihre Bonität entscheidet über Zusage und Zinssatz. Hier erfahren Sie, was die Bank wirklich prüft und wie Sie Ihre Ausgangslage gezielt verbessern.
Was ist die Bonität
Die Bonität ist das Urteil der Bank über Sie als Kreditnehmer. Sie beantwortet eine simple Frage: Können Sie den Kredit zahlen, und werden Sie ihn auch zahlen?
Genau das prüft die Bank vor jeder Zusage in der sogenannten Bonitätsprüfung. Das Ergebnis entscheidet nicht nur über Ja oder Nein, sondern auch über Ihren Zinssatz. Bessere Bonität, bessere Konditionen.
Die Bonität setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen.
Kreditfähigkeit
Können Sie zahlen? Die Bank stellt Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüber und prüft, ob die Rate aus rein finanzieller Sicht für Sie tragbar ist.
Kreditwürdigkeit
Werden Sie zahlen? Hier zählt Ihre Zahlungsmoral. Vergangene und bestehende Verpflichtungen fließen ein, ein negativer KSV-Eintrag wirkt sich sofort aus.
Einflussfaktoren der Bonität
Jede Bank gewichtet die Faktoren etwas anders, das darf sie selbst bestimmen. Diese fünf Bereiche stehen aber überall im Mittelpunkt.
Ihre Einnahmen
Wie hoch sind Ihre monatlichen Einnahmen, und sind sie stabil? Schwankende Erträge wie Mieteinnahmen zählen weniger, weil sie bei Leerstand wegfallen können.
Ihre Ausgaben
Wie hoch sind Ihre laufenden monatlichen Ausgaben? Sie bestimmen mit, wie viel Luft am Monatsende für eine Kreditrate bleibt.
Ihre Haushaltsrechnung
Einnahmen minus Ausgaben. Der Überschuss zeigt, wie hoch Ihre monatliche Rate sein darf und ob überhaupt Spielraum für einen Kredit besteht.
Ihre Wohnsituation
Miete oder Eigentum, und wie oft Sie umziehen. Häufige Wohnsitzwechsel gelten als Unsicherheitsfaktor.
Ihre Zahlungshistorie
Negative KSV-, Schufa- oder Crif-Einträge, eine frühere Privatinsolvenz, verpasste Zahlungstermine oder ein Inkassoverfahren belasten Ihre Bonität deutlich.
Unterlagen für die Bonitätsprüfung
Je vollständiger Ihre Unterlagen, desto schneller und reibungsloser die Prüfung. Diese Nachweise verlangt die Bank von Ihnen.
Diese Unterlagen werden immer benötigt
- Einkommensnachweise: Lohn- oder Gehaltszettel, dazu Nachweise zu Mieteinnahmen, Unterstützungen oder Alimentationszahlungen.
- Ausweisdokument: ein gültiger Reisepass oder Personalausweis zur Prüfung Ihrer Identität.
- Meldezettel: ein aktueller Meldezettel als Nachweis Ihres Wohnsitzes.
Diese Unterlagen werden benötigt, wenn vorhanden
- Bestehende Zahlungsverpflichtungen: laufende Kredit- oder Leasingverträge legen Sie der Bank vor.
- Arbeits- oder Dienstvertrag: falls vorhanden, reichen Sie auch diesen ein.
So fällt die Bonitätsprüfung aus
Das Ergebnis fasst die Bank in einem Bonitätsscore zusammen. Wichtig zu wissen: Jede Bank rechnet eigenständig.
Drei Beispiele für die Beurteilung
Die folgenden Fälle zeigen, wie unterschiedlich eine Bank dieselbe Frage beantworten kann, je nach Gesamtbild.
Gute Bonität
- Klar positive Haushaltsrechnung
Auch mit zukünftiger Kreditrate bleibt ein hoher monatlicher Überschuss. - Stabile Wohnsituation
Sie wohnen seit mehreren Jahren in derselben Wohnung. - Keine Zahlungsverzögerungen
Ihre Rechnungen begleichen Sie immer pünktlich. - Kein negativer Eintrag
Kein negativer KSV-, Schufa- oder Crif-Eintrag.
Ergebnis: Sie gelten als sicherer Kreditnehmer. Kreditzusage mit guten Konditionen.
Ausreichende Bonität
- Knapp positive Haushaltsrechnung
Mit künftiger Rate bleibt nur ein knapper Überschuss. - Neue Wohnsituation
Sie haben Ihren Wohnsitz erst vor kurzem geändert. - Selten Zahlungsverzögerungen
Meist pünktlich, vereinzelt verspätet, aber nie ein Inkassoverfahren. - Kein negativer Eintrag
Kein negativer KSV-, Schufa- oder Crif-Eintrag.
Ergebnis: Kreditzusage wahrscheinlich, aber mit schlechteren Konditionen.
Negative Bonität
- Negative Haushaltsrechnung
Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen, für eine Rate bleibt kein Spielraum. - Wechselnde Wohnsituation
Häufige Umzüge machen Sie bei Säumnissen schwer greifbar. - Häufige Zahlungsverzögerungen
Oft verpasste Termine, bereits ein Inkassoverfahren. - Negativer Eintrag
Ein negativer KSV-, Schufa- oder Crif-Eintrag liegt vor.
Ergebnis: Die Bank lehnt ab. Eine Rückzahlung gilt als nicht gesichert.
Wie Sie Ihre Bonität verbessern
Ihre Bonität ist kein fixes Schicksal. An zwei Stellschrauben können Sie drehen: mehr Einnahmen oder eine sauberere Zahlungshistorie.
Lohnerhöhung
Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach einer temporären oder langfristigen Lohnerhöhung. Höhere Einnahmen heben direkt Ihre Haushaltsrechnung.
Überstunden
Ausbezahlte Überstunden steigern Ihr Einkommen. Achtung: Sie zählen für die Haushaltsrechnung nur, wenn sie fortlaufend (etwa länger als 3 Monate) anfallen.
Nebenjob
Bei zu geringem Einkommen kann ein Neben- oder Wochenendjob sinnvoll sein, um die nötige Einnahmenbasis zu schaffen.
Umschuldung
Viele kleine Kredite? Die Zusammenführung zu einem Kredit mit längerer Laufzeit senkt Ihre monatliche Belastung.
Sparen
Die Haushaltsrechnung deckt Sparpotenziale auf. Gerade bei Versicherungen und Konsumausgaben lässt sich oft einiges kürzen.
Pünktlich zahlen
Halten Sie Zahlungstermine konsequent ein und vermeiden Sie Rückstände und Mahnungen. Das schützt Ihre Kreditwürdigkeit.
Verpflichtungen bedienen
Laufende Kredit- und Leasingraten immer verlässlich zahlen. Ein negativer KSV-, Schufa- oder Crif-Eintrag schadet Ihrer Bonität massiv.
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