Immobilienfinanzierung

Günstigen Kredit finden

Günstig heißt nicht automatisch passend. So vergleichen Sie 2026 richtig und holen sich das beste Angebot für Ihre Immobilienfinanzierung.

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Was ist ein günstiges Kreditangebot?

Günstig ist immer ein Vergleich, nie ein Bauchgefühl. Ob ein Kredit wirklich günstig ist, zeigt sich erst, wenn mehrere Angebote verschiedener Banken nebeneinanderliegen.

Damit der Vergleich aussagekräftig ist, gilt eine Grundregel: Alle Angebote müssen auf denselben Voraussetzungen beruhen. Sobald sich Verzinsungsform (fix, variabel oder Mischform), Kredithöhe, Eigenkapital oder Laufzeit unterscheiden, vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.

Liegen mehrere passende Angebote vor, messen Sie sie an zwei Größen: den Gesamtkosten und dem Effektivzinssatz. Beide sagen Ihnen, welches Angebot in Summe das günstigste ist.

Günstige Kreditangebote vergleichen in Österreich
Merksatz: Vergleichbar wird ein Angebot erst, wenn Kreditsumme, Laufzeit, Verzinsung und Eigenkapital identisch sind. Erst dann verraten Gesamtkosten und Effektivzins, wo Sie wirklich sparen.
Zwei Vergleichsgrößen

Günstige Kredit- und Finanzierungsangebote vergleichen

Zwei Zahlen entscheiden, ob ein Kredit günstig ist. Die Gesamtkosten zeigen, was Sie unterm Strich zurückzahlen. Der Effektivzins macht die wahren Jahreskosten sichtbar.

Gesamtkosten

Die Summe, die Sie über die gesamte Laufzeit zurückzahlen. Sie liegt über der Kreditsumme, weil Zinsen und Bankgebühren dazukommen.

Effektivzins

Der Zinssatz, der die tatsächlichen jährlichen Kosten abbildet. Er fasst Sollzins und Nebenkosten in einer einzigen Zahl zusammen.

Gleiche Basis

Beide Größen funktionieren nur, wenn Summe, Laufzeit und Verzinsung der Angebote übereinstimmen. Sonst hinkt der Vergleich.

Gesamtkosten eines Kredits berechnen Beispiel

Kreditvergleich anhand der Gesamtkosten

Die Gesamtkosten entsprechen der Summe, die Sie über die gesamte Laufzeit zurückzahlen. Weil neben der Kreditsumme auch Zinsen und Bankgebühren (im Effektivzins enthalten) anfallen, liegen die Gesamtkosten immer über dem aufgenommenen Betrag.

Beispiel: Sie finanzieren eine Eigentumswohnung mit 300.000 €, Laufzeit 35 Jahre, variable Verzinsung, Effektivzinssatz 3,9 %. Daraus ergeben sich Raten von 1.310,38 € im Monat. Die Gesamtkosten betragen rund 550.363,68 €.

Wieso über die Gesamtkosten vergleichen? Weil Zinsen und Bankgebühren direkt einfließen, sind die Gesamtkosten die ideale Grundlage, um zu erkennen, welches Angebot in Summe das günstigste ist. Voraussetzung: gleiche Grundbedingungen (im Beispiel 300.000 €, 35 Jahre, variabel). Achtung: Die Gesamtkosten spiegeln nur den Zinssatz zum Zeitpunkt des Angebots wider.

Kreditvergleich anhand der Effektivzinsen

Der Effektivzins ist jener Zinssatz, der die tatsächlichen jährlichen Kosten eines Kredits inklusive Nebenkosten ausdrückt. Er setzt sich aus dem Sollzins/Nominalzins und den Nebenkosten zusammen, meist Bearbeitungs- und Kontoführungsgebühren der Bank.

Wieso über den Effektivzins vergleichen? Weil er die Nebenkosten der Banken einrechnet, sehen Sie auf einen Blick, welche Bank am meisten Nebenkosten verrechnet. Das setzt voraus, dass Kreditsumme, Laufzeit, Verzinsung und Sollzins bei allen Angeboten gleich sind.

Was sind Effektivzinsen bei einem Kredit
Repräsentatives Rechenbeispiel

So setzen sich die Kosten zusammen

Ein konkretes Beispiel für einen hypothekarisch besicherten Immobilienkredit. Die Konditionen einer Bank hängen von Bonität, Volumen, Laufzeit, Verwendungszweck, Zinsmarkt und Besicherung ab.

Kreditrahmenbedingungen

Kreditbetrag: 200.000 EUR
Laufzeit: 30 Jahre
Besicherung: hypothekarisch im Grundbuch

Bank / Kreditdaten

Sollzinssatz (variabel): 4,00 % p.a.
Effektivzinssatz: 4,30 % p.a.
Bearbeitungsgebühren & Nebenkosten von 10,1 % inkludiert.

Auszahlung / Rate / Gesamtkosten

Auszahlungsbetrag: 190.125 €
Gesamtkosten: 349.346,57 €
Monatliche Rate: 970,41 €

Der Auszahlungsbetrag liegt unter der Kreditsumme, weil bestimmte Nebenkosten direkt mit dem Kredit beglichen werden. Die Gesamtkosten beziehen sich auf die aktuelle Zinslage.
Günstigen Kredit finden und Kreditsumme berechnen

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Günstig bedeutet nicht immer gut

Ein günstiges Angebot ist nicht automatisch das passende. Entscheidend ist das Risiko, das Sie mit dem Kredit eingehen. Vor allem die Verzinsungsform macht den Unterschied.

Grundsätzlich gibt es zwei Verzinsungsformen, die variable und die fixe Verzinsung. Häufig kommen auch Mischformen aus beiden vor. Wegen dieser Unterschiede sollte das Zinsrisiko bei der Auswahl immer mitbedacht werden.

Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Zinsauswahl im Jahr 2026.

Variable Verzinsung

Eine variable Verzinsung ist in der Regel günstiger, birgt aber ein höheres Risiko. Der Zins hängt an einem Leitzins, bei Krediten in Österreich meist dem EURIBOR. Steigt dieser, steigen Zins und Rate; sinkt er, sinken sie.

Diese Schwankungen bedeuten geringe Planbarkeit. Die Rate kann sich über die Laufzeit stark verändern. Empfehlenswert ist die variable Variante daher nur für Kreditnehmer mit ausreichendem finanziellen Polster, die auch höhere Raten langfristig tragen können.

Aktuell beginnen günstige variable Zinssätze bei 3,5 % (Stand April 2023).

Rate bei variablem Zinssatz
Rate bei fixem Zinssatz

Fixe Verzinsung

Bei der fixen Verzinsung übernimmt die Bank das Zinsrisiko, deshalb sind die Zinsen meist höher als variable. Auch der Fixzins wird auf Basis eines Leitzinses (z. B. EURIBOR) festgelegt.

Ändert sich der Leitzins über die Laufzeit, beeinflusst das Ihre Zinsen und Raten NICHT. Über die vereinbarte Laufzeit bleibt die Rate gleich. Der Vorteil: niedriges Risiko, hohe Sicherheit und Planbarkeit. Wer ein möglichst geringes Risiko will, nimmt die höheren Fixzinsen gern in Kauf.

Aktuell beginnen günstige Fixzinssätze (für 10 Jahre) bei 4 % (Stand April 2023).

Sicherheiten bei günstigen Krediten

Jede Bank will sich vor einem Zahlungsausfall schützen. Zur Absicherung fordert sie Sicherheiten, auf die sie zurückgreifen kann, wenn der Kreditnehmer nicht mehr zahlt. Im Gegenzug bieten Banken oft attraktive Konditionen.

Der Haken: Auch ein günstiges Angebot kann hohe Sicherheiten verlangen, die es am Ende unattraktiv machen.

Kredit hypothekarisch besichern
Was als Sicherheit zählt

Zu den Kreditsicherheiten zählen

Hypothekarische Besicherung

Versicherungen für bestimmte Risiken

Kreditrestschuldversicherung

Lohn- oder Gehaltsverpfändung

Bürgschaften

Nachteile hoher Sicherheiten: Eine hypothekarische Besicherung bringt mehr Nebenkosten, zusätzlich fallen 1,2 % des Pfandbetrages für die Grundbucheintragung an. Hinterlegte Aktien oder Sparbücher werden gesperrt und kosten Sie Flexibilität. Versicherungen gegen spezifische Risiken sichern zwar ab, kosten aber ebenfalls Geld.
Achtung vor dem Kleingedruckten

Konditionen bei günstigen Krediten

Alle kreditspezifischen Nebenkosten müssen normalerweise in Gesamtkosten und Effektivzins enthalten sein. Trotzdem lohnt der Blick ins Kleingedruckte, denn Banken halten dort manchmal zusätzliche Bedingungen fest.

Ein typisches Beispiel: Die Bank verlangt, dass Sie Ihr Gehaltskonto zu ihr wechseln. Sind die Kosten für das neue Konto höher als der Vorteil des günstigen Kredits, lohnt sich das Angebot nicht mehr.

Kreditangebot Bank A

Sehr günstige Zinsen, die erste Wahl. Allerdings verlangt Bank A ein neues Gehaltskonto.

  • Gesamtkosten Kredit (10 Jahre): 24.900 €
  • Neues Gehaltskonto (245 € p. a.): 2.450 €
  • Gesamtkosten Kredit & Konto: 27.350 €

Kreditangebot Bank B

Ihre Hausbank, etwas teurer als Bank A. Das Gehaltskonto haben Sie hier schon, die Zusatzkosten entfallen.

  • Gesamtkosten Kredit (10 Jahre): 25.600 €
  • Gehaltskonto (150 € p. a.): 1.500 €
  • Gesamtkosten Kredit & Konto: 27.100 €
Fazit unseres Beispiels: In Summe lohnt sich das Angebot von Bank B. Mit dem neuen Gehaltskonto übersteigt das vermeintlich günstigere Angebot von Bank A die Gesamtbelastung von Bank B und ist damit teurer.

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Tim Andersson
Verfasst von

Tim Andersson

Tim Andersson ist ein erfahrener Experte für Umschuldungen & Finanzierungen in Österreich. Tim interessiert sich schon lange für das Thema Finanzen und hat sich nach 5 Jahren als Bankberater dazu entschieden, sich auf Immobilienfinanzierungen und Umschuldungen zu konzentrieren. Seither arbeitet er als unabhängiger Finanzierungsexperte. Seit 2021 schreibt Tim nebenbei auch Ratgeber-Beiträge für unser Portal. In seinem privaten Blog informiert er ebenfalls über verschiedene Finanzthemen in Österreich.

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